Geliebte Nachbarn | ARTE

Eine Polin, von Carlos, dem Portugiesen

Und wie stellen Sie sich einen Polen/eine Polin vor?

Petr, der Tscheche

Zu Polen fällt mir immer das Bild eines großen, einsamen Bauernhofs ein. Die Sonne strahlt. Inmitten der Felder arbeitet eine junge Frau. Sie ist 25 Jahre alt, trägt T-Shirt und Rock. Vielleicht ist sie blond und hat ein rundes Gesicht. Sie erntet gerade Obst im Gewächshaus. Die Früchte sehen prächtig aus. Bevor sie sie in ihren Korb legt, prüft sie, ob sie reif und unbeschädigt sind. Sie freut sich über ihre Ernte und an ihrer Arbeit, am Leben überhaupt.

Gesammelt in Brno

Sona, die Slowakin

Der Pole, den ich mir vorstelle, ist mittelgroß, 22 Jahre alt, normal gekleidet, in Jeans und T-Shirt. Er hat dunkles Haar und trägt eine Brille. Er ist weder besonders schön noch hässlich, eben normal, wie ein Slowake. Er steht im Atelier seines Grafiklehrers und zeigt ihm seine Zeichnungen. Dieser Pole ist dickköpfig und beharrlich. Er vertritt seine Meinung auf Biegen und Brechen. Die Polen sind für ihre wunderschönen Plakat-Kreationen bekannt. Deshalb habe ich vor, dort ein Praktikum zu absolvieren.

Gesammelt in Bratislava

Rokas, der Litauer

Ich sehe einen Jungen vor mir, der sich auf ein Baseball-Match vorbereitet. Er zieht seine Ausrüstung an und wienert seinen Schläger, bis sich sein kurzgeschorener Schädel darin spiegelt. Gleich fängt das Spiel an, er trinkt mit seinen Freunden Żubrówka und redet mit ihnen über Mädchen. Er hat eine Freundin, aber er geht gern in die Kneipe, um andere Frauen kennenzulernen. Er liebäugelt mit nationalistischem Gedankengut. Er träumt davon, eine KFZ-Tuningwerkstatt aufzumachen. Gern würde er mit einem dicken BMW protzen, aber vorerst kurvt er mit dem Fahrrad durch die kaputten Straßen seines Dorfs.

Gesammelt in Vilnius

Hubert, der Luxemburger

Hubert, der Luxemburger

Ich stelle mir einen kräftigen blonden 40-Jährigen vor. Er ist selbstständiger Gärtner. In der schönen Jahreszeit pflegt er die Gärten in Luxemburg. Dann fährt er nach Polen zurück. Hierzulande werden diese anspruchslosen Arbeitnehmer, die das Ersparte ihren Familien in der Heimat zugute kommen lassen, „Polacken“ genannt. Er ist sehr aufgeschlossen und lernt schnell, sich in der Fremdsprache zu verständigen. Er strebt nach Freiheit und Unabhängigkeit. Ich bedaure, dass er sich noch nicht entschlossen hat, mit seiner Familie hierher umzusiedeln und sich ganz zu integrieren. Er wäre willkommen.

Gesammelt in Luxemburg

 

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fresco - Geliebte nachbarn

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